Eingeschnittene Systeme

Stiftsysteme

Schließzylinder, die auf Basis einreihiger Stiftzuhaltungen nach dem Yale-Prinzip funktionieren, werden in Deutschland seit Anfang des 20. Jahrhunderts industriell hergestellt. Die heute bekannte Bauform der Zylinder wurde 1924 von Sylvester Wöhrle entwickelt und zum Patent angemeldet. Am 25.10.1928 wurde das Patent an die Zeiss Ikon AG erteilt.

Aufbau und Funktion

Ein Schließzylinder besteht aus folgenden Hauptkomponenten:

  • Zylindergehäuse
  • Zylinderkern mit Schlüsselkanal
  • Stiftzuhaltungen
  • Schließnase zum Betätigen des Schlosses

Die Stiftzuhaltungen bestehen aus den Stiftfedern, den Gehäusestiften und den unterschiedlich langen Kernstiften. Ein  Drehen des Kerns bei gestecktem Schlüssel ist nur möglich, wenn die Trennlinie der Gehäuse- und Kernstifte in gleicher Höhe wie die Trennlinie zwischen Zylindergehäuse und -kern ist. Bei abgezogenem Schlüssel verriegeln die in der Trennlinie stehenden Gehäusestifte den Kern.

Um eine ausreichend hohe Zahl von verschiedenen Schließungen zu erhalten, ist eine Mindestanzahl von 5 Stiftzuhaltungen erforderlich. Dieses ergab durch die damals gewählten Stiftdurchmesser und Lochabstände die heute noch übliche Standardlänge von 61 mm für Doppelzylinder. Um mehr Schließungen und eine höhere Sicherheit zu erhalten, werden heute auch Zylinder mit 6 und 7 Stiftzuhaltungen produziert. Zu beachten ist aber, dass diese meist eine Grundlänge von 65 mm, 69 mm oder 71 mm haben.

Da der ständig steigende Bedarf an Sicherheit und Schließvariationen innerhalb einer Schließanlage nicht mehr durch die 5 bis 7 Stiftzuhaltungen befriedigt werden konnte, ergänzten die Hersteller ihre Zylinder mit immer neuen Stiften, Wippen, Rippen etc.